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Parodontitis | Die unterschätzte Gefahr

Was ist eine Parodontitis?

Parodontitis (ugs. auch Parodontose genannt) ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates, die u.a. zum Abbau des Kieferknochens führt. Dadurch können Zähne gelockert und schlussendlich auch verloren gehen. Aktuelle Querschnittsuntersuchungen zeigen, dass in Deutschland annähernd jeder zweite Erwachsene ab dem 35. Lebensjahr unter einer behandlungsbedürftigen Parodontitis leidet.

Typischerweise verläuft die Parodontitis mit schleichendem und schmerzfreiem Verlauf, wobei unangenehme Begleiterscheinungen wie z.B. Mundgeruch, gerötetes, blutendes und in einigen Fällen auch schmerzendes Zahnfleisch auftreten können.

10. August 2017

  • Übersicht der Parodontitis
    Übersicht der Parodontitis
  • Parodontitis in Freiburg
    Parodontitis in Freiburg
  • Parodontose in Freiburg
    Parodontose in Freiburg

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Was sind die Ursachen einer Parodontitis?

Neben einer genetischen Disposition (angeborene Veranlagung bzw. Anfälligkeit) ist eine Infektion mit parodontalpathogenen Keimen (krankheitserregend i.S. einer Parodontitis) ursächlich für das Auftreten einer Parodontitis.

Weitere Risikofaktoren sind bestimmte Stoffwechselerkrankungen (i.B. Diabetes mellitus), unausgewogene Ernährungsformen (zu viel Kohlenhydrate, zu wenig Mikronährstoffe) Rauchen und in den meisten Fällen auch das Vorhandensein von Plaque (Zahnbelag).

Wie wird eine Parodontitis behandelt?

Die Behandlung einer Parodontitis erfolgt grundsätzlich systematisch in einer Abfolge klar definierter Behandlungsschritte. Grundvoraussetzung für eine unverfälschte Befundaufnahme und um eine schmerzfreie Behandlung zu ermöglichen, ist zunächst die gründliche Reinigung aller oberhalb des Zahnfleisches gelegenen Zahnoberflächen im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung.

Zwei bis drei Wochen nach dieser Reinigung erfolgt zur Dokumentation der Ausgangslage und zur Bestimmung des Behandlungsumfanges eine ausführliche Befundaufnahme, bei der u.a. alle Zahnfleischtaschen vermessen werden. Um einen nachhaltigen Behandlungserfolg zu ermöglichen, werden in dieser Phase auch alle weiteren relevanten Parameter erfasst und in einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem Patienten besprochen.

In der sich anschließenden sog. Hygienephase werden die kontaminierten Wurzeloberflächen mit speziellen Instrumenten und Geräten gereinigt und geglättet.

Um eine frühe Reinfektion zu vermeiden wird sechs bis zwölf Wochen nach der o.g. Hygienephase eine erneute professionelle Zahnreinigung durchgeführt sowie alle Zahnfleischtaschen erneut vermessen. Bei leichten bis moderaten Formen der Parodontitis ist die Hauptbehandlung an dieser Stelle abgeschlossen.

Zur langfristigen Stabilisierung des Therapieergebnisses schließt sich dann die Erhaltungs- oder auch unterstützende Parodontitistherapie (UPT) an. Hierbei wird durch ein zunächst enges Nachsorgeintervall von drei bis vier Monaten die Ausheilung der Zahnfleischtaschen überwacht und ggf. durch erneute professionelle Zahnreinigungen einer Reinfektion vorgebeugt.

Sollten auch nach durchgeführter Hygienephase noch tiefere Zahnfleischtaschen bestehen, kann sich eine sogenannte korrektive Phase der Behandlung anschließen. Hierbei werden die verbliebenen Zahnfleischtaschen chirurgisch behandelt um eine vollständige Ausheilung und Reinigungsfähigkeit wiederherzustellen.

Dank moderner Behandlungsmethoden und -Materialien ist es heutzutage möglich auch bereits freiliegende Wurzeloberflächen wieder mit Zahnfleisch zu bedecken (sog. Rezessionsdeckung) oder gar verlorengegangenen Kieferknochen wieder zu regenerieren (sog. geführte Geweberegeneration).

Welche Rolle spielt die Nachsorge?

Von ganz entscheidender Bedeutung für den langfristigen Behandlungserfolg ist die Art der Nachsorge.

Regelmäßig müssen das Behandlungsergebnis überprüft und der momentane Zustand des Zahnfleischs kontrolliert werden. Defizite in der Mundhygiene können dabei frühzeitig entdeckt und behoben werden. Ebenfalls werden die Verschlechterungen der Situation oder ein Neuauftreten der Parodontitis frühzeitig erkannt.

Mit einer guten Nachsorge steht und fällt der Erfolg bei der Behandlung einer Parodontitis. Sie ist wichtiger als die Frage, welches Therapieverfahren eingesetzt wurde.

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